Aldi verbannt Billigfleisch: Foto von zwei Kühen

Aldi verbannt Billigfleisch aus dem Sortiment

Bis 2030 wollen Aldi Süd und Aldi Nord in ihrem Sortiment komplett auf Frischfleisch von Rind, Schwein, Hähnchen und Pute aus den Haltungsstufen 1 und 2 verzichten.⁠ Das hat der Discounter heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben. Damit ist Aldi der erste Lebensmittelhändler, der einen konkreten Ausstiegsplan für die Haltungsstufen 1 und 2 vorlegt.

Bis 2025 will der Discounter bereits Frischfleisch der Haltungsstufe 1 vollständig auslisten. Ab 2030 soll das gesamte Frischfleischsortiment dann zu 100% aus den Haltungsformen 3 und 4 stammen.⁠ Dies würde bedeuten, dass Aldi ab 2030 nur noch Fleisch von Tieren verkauft, die Auslauf bekommen haben.⁠ „Das ist der konsequenteste Schritt hin zu mehr Tierwohl, den der Handel in Deutschland je gemacht hat“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder begrüßt diese Ankündigung. „Aldi zeigt der Politik, wohin die Reise gehen sollte“, sagte Schröder. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobt den Entschluss des Unternehmens. Aldis Ankündigung sei ein Meilenstein, der der ganzen Branche zeige, wo es hingehen müsse, erklärte Greenpeace-Agrarreferentin Stephanie Töwe. Nun seien die anderen Lebensmittelhändler gefragt, nachzuziehen – allen voran Deutschlands größte Supermarktkette Edeka.

Die verschiedenen Haltungsformen im Überblick


Die Haltungsstufe 1 steht für Stallhaltung, die den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht.⁠ Bei Schweinen bedeutet dies konkret etwa 0,75 Quadratmeter Platz pro Schwein. Derzeit stammen rund 90 Prozent der Frischfleisch-Eigenmarken der verschiedenen Lebensmittelhändler aus dieser Haltungsstufe.

Die Haltungsstufe 2 wird auch Stallhaltung Plus genannt, da sie zum Beispiel Hühnern und Puten 10 % mehr Platz bietet, als gesetzlich vorgeschrieben.⁠ Darüber hinaus stehen den Tieren Beschäftigungsmöglichkeiten wie Strohballen oder Picksteine zur Verfügung.

Sowohl Haltungsstufe 1 als auch 2 wurden von Greenpeace als tierschutzwidrig eingeordnet, weshalb die Non-Profit-Organisation bereits in der Vergangenheit vom Lebensmitteleinzelhandel gefordert hatte, Billigfleisch der Stufe 1 auszulisten und stattdessen Fleisch der Stufen 3 und 4 anzubieten.

Die Haltungsstufe 3 nennt sich auch Außenklima, da die Tiere zusätzlich zu mehr Platz im Stall Zugang zu frischer Luft oder Auslauf erhalten.

Die Haltungsstufe 4 wird auch als Premiumstufe bezeichnet. Diese umfasst unter anderem Bio-Fleisch, das die Anforderungen der europäischen Öko-Verordnung erfüllt. Schweine haben in dieser Haltungsstufe zum Beispiel doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben.⁠



⁠Was hältst du von dieser Ankündigung? Schreib uns deine Meinung dazu gerne in die Kommentare.

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Veganasté Autorin Bianca Busch

Bianca

Bianca ist Journalistin, Ernährungsberaterin und Gründerin des Online-Magazins.

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