Warum Sport unserem Körper so gut tut

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Die Umkleiden in den Fitnessstudios platzen aus allen Nähten, in der Gemüse- und Obstabteilung im Supermarkt herrscht gähnende Leere und die Umsätze von Adidas und Nike schießen in die Höhe: Kurz gesagt, die Neujahrsansätze werden in Angriff genommen.

Nahezu jeder nimmt sich mit dem Beginn eines neuen Jahres vor, Fehler und Versäumnisse der letzten 12 Monate hinter sich zu lassen und ab dem 1. Januar alles anders zu machen. Die Mitgliedskarte vom Fitnessstudio öfter als nur einmal alle 6 Monate aus der Tasche zu ziehen, steh bei 53% der Deutschen dabei nach wie vor ganz oben auf der Liste.

Leider werden die meisten Neujahrsvorsätze aber genauso schnell wieder verworfen, wie sie gefasst wurden und spätestens mit den ersten Frühlingstagen hat der innere Schweinehund die guten Vorhaben längst in irgendeine dunkle Ecke verfrachtet. Damit du 2019 das ganze Jahr über aktiv bleibst, geben wir dir heute einen kleinen Überblick, inwiefern deine Gesundheit von der morgendlichen Joggingrunde und dem Workout im Fitnessstudio profitiert.


 

1. Sport hilft beim Abnehmen

Unzufriedenheit mit dem äußeren Erscheinungsbild ist und bleibt wohl für die meisten Grund Nummer 1 um sportlich aktiv zu werden. Egal, ob du ein paar Kilos abnehmen möchte oder dein Körper einfach definierter aussehen soll: Ohne Sport wird das Ganze recht schwer werden.

Dein Körper verbraucht für jegliche Art von Bewegung Energie, in dem er Nährstoffe verbrennt. Je anstrengender und intensiver dein Training ist, desto mehr Kalorien werden dafür benötigt. Wenn du über den Tag hinweg weniger Kalorien aufnimmst, als du verbrauchst, signalisiert das Gehirn den Fettzellen, Energie in Form von Fettsäuremolekülen für Muskeln, Herz und Lunge in die Blutbahn abzugeben. Gleichzeitig lagert dein Körper bei regelmäßiger Bewegung weniger Energie in den Fettzellen ein, wodurch sich diese ebenfalls immer weiter leeren und vom Körper abgebaut werden.

Sogar im Ruhezustand verbrennt eine trainierte Person mehr Kalorien: Je größer der Anteil an Muskelmasse in deinem Körper ist, desto höher ist auch dein Grundumsatz, also die Menge an Kalorien, die du täglich allein zur Aufrechterhaltung der Grundkörperfunktionen benötigst. Auch dein Gesamtkalorienbedarf steigt also je mehr Muskeln du aufbaust. Aus diesem Grund lohnt es sich beim Abnehmen zusätzlich zum regelmäßigen Ausdauertraining Muskelmasse durch Krafttraining aufzubauen.


 

2. Regelmäßiger Ausdauersport schützt das Herz

Durch regelmäßiges Ausdauertraining wird die Herzmuskulatur gestärkt und das Herz kann ökonomischer arbeiten, in dem es bei jedem Schlag mehr Blut durch den Körper pumpt. Weil es so viel seltener schlagen muss, wird das Herz geschont und die Wahrscheinlichkeit an Herzerkrankungen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt zu erleiden, sinkt.

Auch die Blutgefäße bleiben bei regelmäßiger Bewegung elastisch. Der Widerstand in den Gefäßen sinkt und mit ihm gleichzeitig auch das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken. Aber auch bestehender Bluthochdruck kann durch regelmäßigen Sport auf diese Weise gesenkt werden. Unbehandelter Bluthochdruck dagegen begünstigt die Verkalkung von Gefäßen und gilt somit als einer der größten Risikofaktoren für Herz-, Hirn- und Nierenkrankheiten.

Regelmäßige Bewegung wirkt sich auch positiv auf unseren Cholesterinspiegel aus: Durch sportliches Training sinkt die Konzentration des schlechten LDL-Cholesterins während unser Körper gleichzeitig mehr gutes HDL-Cholesterin produziert. Ist dagegen zu viel LDL-Cholesterin in unserem Körper, steigt das Risiko für Verkalkungen in den Gefäßen und für deren Folgeerkrankungen wie zum Beispiel einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.


 

3. Mit Sport Diabetes vorbeugen

Auch vor Diabeteserkrankungen kann regelmäßiger Sport schützen. Während einer körperlichen Belastung verbraucht der Körper verstärkt Energie, ins besonders in Form von Glukose. Zunächst wird nur die in den Muskelzellen selbst vorhandene Glukose verwendet. Ist diese aufgebraucht, wird Zucker aus dem Blutkreislauf in den Muskel transportiert und die Glukosekonzentration im Blut und der Blutzuckerspiegel sinken. Hohe Blutzuckerwerte und ein Mangel an Bewegung dagegen gelten als Hauptursachen für Typ-2-Diabetis.

Aber auch auf bestehende Diabetes kann sich Sport positiv auswirken: Genau wie bei Nicht-Diabetikern sinkt auch bei Diabetikern durch regelmäßige Bewegung der Blutzuckerspiegel.


 

4. Sport senkt das Krebsrisiko

Wer regelmäßig Sport treibt wirkt Übergewicht und somit einer der Hauptursachen vieler Krebsarten entgegen. Fettzellen speichern nämlich nicht nur überschüssige Energie, sondern geben auch Hormone ab. Besonders im Bauchfett werden dabei auch entzündungsfördernde Stoffe wie Interleukin-6 und Leptin gebildet. Sobald diese Hormone in andere Körperregionen wandern, begünstigen sie dort das Zellwachstum und auch bösartige Tumore können unkontrolliert anfangen zu wuchern. Wer sportlich aktiv ist, verbrennt damit also nicht nur Fettzellen, sondern eliminiert gleichzeitig auch einen der Hauptrisikofaktoren für Krebs.

Aber selbst wenn du durch Sport nicht an Fettdepots verlierst, reduziert Bewegung das Krebsrisiko. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gehen davon aus, dass durch körperliche Aktivität die Reparatur von Defekten in der Erbsubstanz DNA gefördert wird, welche als Auslöser für Krebs gelten.

Unabhängig vom Gewicht verbrennt außerdem jeder Mensch bei sportlicher Aktivität Zucker. Und sobald der Blutzuckerspiegel sinkt, fällt es den zuckerliebenden Krebszellen schwer sich zu vermehren und auszubreiten.


 

5. Sport optimiert die Gehirnleistung

Durch regelmäßige Bewegung steigt die Sauerstoffversorgung im Gehirn um bis zu 30% und es wird besser mit Nährstoffen versorgt. Auch die Annahme, dass durch regelmäßige Bewegung neuen Gehirnzellen gebildet werden, konnte in den letzten Jahren wissenschaftlich bestätigt werden. Außerdem wird die Verdrahtung und Verästelung der Zellen im Gehirn durch Sport gestärkt und verdichtet und die Anzahl der Blutgefäße im Hirn nimmt zu.

Auch dass wir durch Sport Fett abnehmen, gilt für das Gehirn genauso wie für den Rest deines Körpers: Durch regelmäßige Bewegung werden Fettablagerungen zwischen den Gehirnzellen abgebaut und die Nervenimpulse können ungehindert fließen.


 

6. Sport gegen Depressionen

Forscher der Medical School Hamburg (MSH) analysierten in einer Metaanalyse insgesamt 1600 Studien, um den Zusammenhang zwischen Ängsten bzw. Depressionen und Sport zu untersuchen. Während Probanden mit Ängsten  eher in geringem Maßen von regelmäßiger Bewegung profitierten, wurde der Effekt bei Teilnehmern mit Depressionen bereits als moderat eingestuft. Forscher gehen davon aus, dass durch Sport der Seretoninspiegel im Körper steigt und zudem das Wachstum neuer Nervenzellen im limbischen System – dem Teil des Gehirns, welches für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist – begünstigt wird.

In einem Teil der Studien wurde zusätzlich die Wirkung von Sport mit der von klassischen Therapieformen verglichen. Tatsächlich war der Nutzen von körperliche Bewegung sowohl bei Depressionen als auch bei Ängsten ähnlich groß wie der von medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungen.

Auch vorbeugend kann Sport vor psychischen Erkrankungen schützen: Zahlreiche Studien konnten einen positiven Zusammenhang zwischen regelmäßiger Bewegung und psychischer Gesundheit feststellen. Einer norwegischen Studie mit 34.000 Teilnehmern zu Folge wären 12% aller Depressionen bereits durch eine Stunde Sport pro Woche  vermeidbar. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen Sport und psychischem Wohlbefinden besteht oder ob ein allgemein gesünderer Lebensstil für diesen Effekt verantwortlich ist, konnte bisher allerdings nicht geklärt werden.


 

Wenn du dir jetzt vor lauter Euphorie vornimmst jeden Tag Sport zu treiben, ein kleiner Tipp zum Schluss: Geh das Ganze langsam an! Über einen langen Zeitraum regelmäßig 2 Mal pro Monat ins Fitnessstudio zu gehen, bringt deiner Gesundheit viel mehr, als wenn du deinen Körper in den ersten beiden Januarwochen überlastest und danach keinen Fuß mehr in einen Sportschuh setzen möchtest.

2019-01-02T20:18:54+00:00

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