Lebensmittel richtig zu lagern ist definitiv das A und O, wenn sie so lange wie nur möglich haltbar bleiben sollen. In unserem kleinen Guide zur Aufbewahrung von Lebensmitteln haben wir dir hier vor kurzem unteranderem erzählt warum Äpfel und Bananen besser in getrennte Obstkörbe gehören und Brot und Pilze sich in Plastikverpackungen alles andere als wohl fühlen.

Für den Fall, dass diese Infos schon ein bisschen zu spät kommen: Keine Sorge, natürlich gibt es auch Möglichkeiten, Lebensmittel die gerade an der Grenze ihrer Haltbarkeit stehen, vor dem Müll zu retten ohne extra eine Kochparty für 200 Leute veranstalten zu müssen. Deswegen stellen wir dir heute 5 Methoden vor, mit denen du die Haltbarkeit von Nahrungsmittel um bis zu ein Jahr verlängern kannst.

Nicht nur bei zu vollgepackten Einkaufstaschen lohnt sich ein wenig Grundwissen über Omas Einmach- und Fermentierregeln. Wie wäre es denn im tiefsten Winter mit heimischen saisonalen Blaubeeren auf deinem Frühstückstisch? Im nächsten Sommer heißt es also Obst und Gemüse ernten was das Zeug hält und für die kalten Wintertage einlagern. Bis dahin machen wir dich schon mal mit den Basics der verschiedenen Methoden vertraut.


1. Einfrieren

Gefrorene Blaubeeren

So funktionierts: Die kalten Temperaturen im Eisfach unterbrechen die Aktivität der Enzyme von Mikroorganismen und verhindern so das Verderben von Lebensmitteln. Nahrungsmittel bleiben so bis zu einem Jahr haltbar.

Die letzte Alternative zum Mülleimer ist oftmals das Tiefkühlfach. Von Obst und Gemüse über Brote und Soßen bis hin zu ganzen Gerichten lässt sich nahezu alles einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen. Und du glaubst gar nicht wie dankbar du sein wirst, wenn du an einem verregneten Sonntag das Eisfach durchwühlst und auf Bananenbrot oder einfach nur ein paar gefrorene Bananen für eine Smoothiebowl stößt.

Wenn du gerne mal die Übersicht über deine Tiefkühltruhe verlierst und die meisten Tiefkülprodukte nach einiger Zeit letztendlich doch im Müll landet, häng dir eine Liste mit all den eingefrorenen Lebensmitteln in die Küche! Bevor du etwas kochen oder einkaufen gehen möchtest, wirf einen Blick darauf und schau was sich davon integrieren lässt. Beim Einfrieren am besten auch immer direkt ein Datum dazuschreiben, denn auch im Tiefkühlfach sind Lebensmittel nicht ewig haltbar.

Haltbarkeit von gefrorenen Lebensmitteln

Gemüse ca. 6-12 Monate
Obst ca. 8-10 Monate
Pilze ca. 3-4 Monate
Brot/Semmeln ca. 6 Monate
aufgeschnittenes Brot ca. 3 Monate

 


2. Einlegen

Saure Gurken

Essig

So funktionierts: Durch die Essigsäure sinkt der pH-Wert von Lebensmitteln und das Wachstum von Mikroorganismen wird gehemmt. Eingelegtes hält sich kühl und dunkel gelagert für einige Monate.

Unumstrittener Einlegeklassiker Nummer 1 sind definitiv saure Gurken. Auch wenn unsere Supermarktregale darüber hinaus nicht gerade mit einer großen Auswahl an Eingelegtem strotzen, lässt sich tatsächlich nahezu jedes Gemüse durch die Zugaben von Essig einlagern. Probiere es doch zum Beispiel für den nächsten Racletteabend mal mit eingelegten Zwiebeln oder Bohnen. Da Essig den Geschmack von Lebensmitteln stark beeinflusst, bleibt Eingelegtes aber wohl eher Geschmackssache und du solltest deine ersten Versuche vielleicht nicht mit allzu kreativen Kombinationen beginnen.

So gehts

Öl

So funktionierts: Weil kein Sauerstoff an die Nahrungsmittel gelangt, wird das Wachstum von Mikroorganismen gehemmt und die Haltbarkeit kann sich um Monate verlängern.

Auch in Öl eingelegtes Gemüse bleibt nicht nur deutlich länger haltbar, sondern entwickelt im Laufe der Zeit außerdem ein ganz besonders Aroma. Neben getrockneten Tomaten und Antipasti, erinnern besonders in Öl eingelegte Oliven, Auberginen, Artischocken, Knoblauch (unbedingt vorher kochen sonst können sich beim Einlegen giftige Bakterien bilden! Eine genaue Anleitung findest du zum Biepsiel hier) und Pilze an spanische Bars und italienische Vorspeisen. Wie wäre es also mit einem kleinen Tapasabend um dem tristen Winterwetter bei uns in Deutschland zumindest kulinarisch zu entkommen?

So gehts


3. Trocknen

Getrocknete Früchte

So funktionierts: Durch das Trocknen bzw. Dörren wird Lebensmitteln bis zu 80% ihrer ursprünglichen Feuchtigkeit entzogen. Dadurch nimmt man den Mikroorganismen, welche ein Lebensmittel zersetzen und es somit verderben lassen, ihre Lebensgrundlage Wasser. Ohne Bakterien, kein Verderben. Getrocknete Lebensmittel sind bis zu einem Jahr haltbar.

Früchte

Getrocknete Früchte sind die perfekte Alternative zum Griff in die Süßigkeitenschublade, wenn sich im Büro oder beim Lernen das Nachmittagstief meldet. Neben klassischem Trockenobst wie Rosinen, Aprikosen, Äpfeln und Mango lassen sich auch Beeren, Pfirsiche, Kirschen und Birnen durch diese Methode deutlich länger haltbar machen und werden gleichzeitig zum idealen To-Go-Snack.

Gemüse und Pilze

Die Supermarktregale belassen es in den meisten Fällen bei getrockneten Früchten, dabei sind nahezu alle Gemüse- und Pilzsorten getrocknet eine tolle Erweiterung deines Gewürzregals. An einem dunklen kühlen Ort aufbewahrt hast du so jederzeit die perfekten Zutaten für Suppen und asiatische Gerichte im Haus. Getrocknete Tomaten und Zucchini eignen sich außerdem wunderbar als gesunder Ersatz zur Chipstüte.

Kräuter

So ein richtig großer Bund frischer Kräuter kann durchaus das Highlight des Wochenmarkteinkaufs sein. Oftmals endet die anfängliche Euphorie dann aber doch einige Tage später in Form eines vertrockneten Straußes im Müll. Dabei sind auch getrockneter Rosmarin, Basilikum, Thymian und Petersilie gerade im Winter – wo wir auf frische Kräuter größtenteils verzichten müssen – die perfekte Ergänzung im Gewürzregal.  Und zu selbstgemachtem Minz- oder Zitronenmelissentee wird bei den frostigen Temperaturen derzeit sicher auch niemand nein sagen.

Hülsenfrüchte

Die meisten Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen landen hier zu Lande direkt in getrockneter Form in unseren Küchenschränken. Hast du aber zum Beispiel mal eine offene Dose Kichererbsen im Haus, ist das die ideale Möglichkeit geröstete Kichererbsen zu probieren! Die Hülsenfrüchte einfach mit Gewürzen und Kräutern abschmecken und durch den Feuchtigkeitsentzug im Ofen schön knusprig werden lassen.

So gehts


4. Fermentieren

Eingelegtes

So funktionierts: Beim Fermentieren braucht man vor allem eines: Lebendige Mikroorganismen. Fermentation ist die milchsaure Vergärung von Lebensmitteln. Milchsäure zersetzt kontrolliert Obst und Gemüse und entziehen dabei anderen Mikroorganismen die Lebensgrundlage.

Schon bei Seefahrern war Sauerkraut ein beliebtes Lebensmittel, um auch auf hoher See nicht auf Vitamine verzichten zu müssen. Im Gegenteil zu vielen anderen Konservierungsmethoden, bei den sich der Nährstoffgehalt durch die Zugabe von Hitze oder Zucker teilweise drastisch reduziert, vermehren sich durch den Prozess des Fermentierens bestimmte Vitamine sogar. Auch unser Darm freut sich über fermentiertes Gemüse:  Der Gärungsprozess während der Fermentation regt probiotische Prozesse an, die sich positiven auf unsere Darmflora auswirken.

Weil Lebensmittel beim Fermentieren eine weichere Konsistenz bekommen, solltest du für diese Konservierungsmethode tendenziell eher harte Gemüsesorten wie Kohl, Rüben, Rote Bete, Sellerie und Karotten verwenden.

So gehts


5. Einkochen

Marmelade

So funktionierts: Durch die Hitzeeinwirkung beim Einkochen werden die meisten Sporen und Mikroorganismen abgetötet bzw. in ihrer Enzymaktivität extrem verlangsamt. Nach dem Einmachen bildet sich durch das Abkühlen außerdem ein Unterdruck im Glas, der für die Konservierung der Lebensmittel verantwortlich ist. Eingemachtes ist bis zu einem Jahr haltbar. Wölbt sich der Deckel aber nach oben, ist der Inhalt verdorben. Durch hohe Temperaturen werden hitzeempfindliche Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamin C zerstört.

Der Klassiker von Oma ist auch heute noch eine weit verbreitete Methode, um Obst und Gemüse in relativ unveränderter Form lange zu lagern. Im Ganzen, in Stücke geschnitten oder in Form von Marmelade, Kompott und Chutneys sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Und da sich zum Einkochen nahezu alle Obst- und Gemüsesorten eignen, kannst du dich auch bei der Zusammenstellung der Zutaten kreativ richtig austoben.

So gehts