Über den Klimawandel wir nach wie vor geredet, als sei er ferne Fiktion. Eine Angelegenheit, mit der wir uns in frühstens 30 Jahren beschäftigen müssen. Dabei haben wir genau das nicht: Zeit. Zwar bestimmen derzeit politischen Debatten über die Einfuhr einer CO2-Steuer und Forderungen von Fridays for future das deutsche Nachrichtenwesen. Aber im Alltag der meisten von uns ist klimafreundliches Handeln nach wie vor genauso ein Fremdwort, wie in den vagen Beschlüssen der Politiker.

Damit sich das ändert, wollen wir dich heute mit Hilfe unseres stetigen Begleiters – dem Smartphone – ein bisschen mehr auf Kurs Nachhaltigkeit und Umdenken einstellen. Wo Politiker uns bislang keinen Klimaschutz-Riegel vorschieben, müssen wir dringend selbst aktiv werden. Deswegen zeigen wir dir heute 12 Apps, die dir dabei helfen, deinen Alltag klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.


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1. GrünZeit

In der App GrünZeit der Verbraucherzentrale findest du neben einem Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse auch direkt Angaben darüber, wie stark die Klimabelastung des jeweiligen Lebensmittel gerade ist. Je nachdem ob ein Produkt vom Feld oder aus dem Gewächshaus kommt, ist der Energieverbrauch für Anbau und Transport unterschiedlich hoch und wird hier in Form eines Ampelsystems bewertet. Ein kleiner Helfer, um regionaler und klimaschonender einzukaufen.

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2. WWF Fischratgeber

Dieser Ratgeber für Fisch und Meeresfrüchte gibt umfassende Informationen über den Bestand der jeweiligen Tiere im Meer und warnt so zum Beispiel vor dem Kauf von Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Außerdem kannst du hier nachlesen, wie die Bedingungen in den Fischereien an verschiedenen Orten auf der Welt sind und welche Meerestiere du vielleicht besser aus Zucht und nicht aus Wildfang beziehen solltest, um das Ökosystem im Meer zu schützen.

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3. NABU Siegelcheck

In der App des Naturschutzbund Deutschlands findest du einen Überblick über die Richtlinien verschiedener Bio-, Fairtrade- und Tierschutzsiegel. Darüber hinaus wird dir direkt angezeigt, wie groß der Vorteil für die Umwelt beim Kauf von Produkten dieser Verbände tatsächlich ist. Wenn du nach Informationen zu einem bestimmten Siegel suchst, gelangst du mit einem Foto davon direkt zu den jeweiligen Bestimmungen und musst dich so nicht erst durch die gesamte Datenbank klicken. Neben bekannten Verbänden wie zum Beispiel Demeter, Bioland oder Pro Planet sind in der App auch kleinere Biosiegel – wie zum Beispiel eigene Siegel von Supermarktketten – vertreten.

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4. Faer

Die App Faer ist eine Art Asos für nachhaltige und fair produzierte Klamotten. Von Hosen über T-Shirts, Kleider, Pullover, Unterwäsche und Accesoris findest du hier Produkte verschiedener Fairfashion-Marken gesammelt an einem Ort. Informationen über die jeweiligen Produktionsbedingungen, -orte und verwendeten Materialien siehst du hier auf einen Blick. Da dir die App auch Marken aus dem Ausland anzeigt, sollte man allerdings nicht vergessen die Umweltbelastung durch weite Lieferwegewege vor dem Kauf abzuwägen.

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5. UXA Foodsharing

Foodsharing ist derzeit in aller Munde und trotzdem landet in den Industrienationen nach wie vor rund die Hälfte aller essbaren Lebensmitteln im Müll. Bevor du zum nächsten Wocheneinkauf aufbrichst, schau also einfach mal in der UXA App was Menschen in deiner Umgebung weggeben möchten. Du siehst direkt wie weit entfernt der jeweilige Anbieter wohnt und sparst mit der App nicht nur Geld, sondern setzt dich gleichzeitig gegen die immense Lebensmittelverschwendung bei uns in Deutschland ein.

Andersherum funktioniert das Ganze natürlich auch: Hast du etwas übrig, dass du nicht mehr brauchst kann ein anderer vielleicht noch etwas damit anfangen.

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Unterwegs

1. Treeday

Treeday ist eine Art Google Maps für nachhaltige Unternehmen in deiner Nähe. Egal wonach du gerade suchst – ob Restaurant, Hotel, Lebensmittel- oder Modegeschäft -, in der App findest du Anlaufstellen, bei denen auf die Umwelt geachtet wird. Der sogenannte Treeday Index zeigt dir dabei, wie nachhaltig der jeweilige Betrieb auf einer Skala von 0 bis 100 agiert und im  Treeday Report siehst du, welche konkreten Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden.

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2. Refill

In der Refill App findest du teilnehmende Partner, bei denen du dir deine Trinkflasche unterwegs kostenlos mit Wasser auffüllen kannst. Dadurch vermeidest du nicht nur den spontanen Kauf von Plastikflaschen und schützt somit nicht erneuerbare Ressourcen, sondern sparst gleichzeitig Geld. Weltweit wurden durch Refill bereits 30000 Plastikflaschen vermieden und jeden Tag kommen neue Auffüllstationen dazu. Damit du immer deine eigene Trinkflasche parat hast gibt es  in der App sogar die Möglichkeit, einen Flaschenreminder zu erstellen.

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3. Recup

Recup ist ein deutschlandweites Mehrwegpfandsystem für Coffee-to-go-Becher. An bereits über 1500 Standorten kannst du dir dein Getränk gegen 1€ Pfand in einen Mehrwegbecher füllen lassen und diesen später bei einer der teilnehmenden Verkaufsstellen wieder abgeben. Auch durch Recup werden so Unmengen an Einwegplastik gespart und da die Mehrwegbecher selbst zu 100% aus recyclebaren Materialien bestehen, stellen sie auch nach ihrer Lebenszeit eine vergleichsweise geringe Belastung für die Umwelt dar.

Das ist aber noch nicht alles: Ab Mitte Mai startet das Unternehmen eine 3-monatige Testphase mit der sogenannten Rebowl. An zunächst 5 Standorten in München wird das Mehrweggeschirr getestet und soll bei Erfolg auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

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4. To good to go

Auch wenn einige diese App bereits kennen werden, darf sie in diesem Artikel auf keinen Fall fehlen.  Bei To good to bieten Supermärkte und Restaurants kurz vor Feierabend Restbestände für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises an. Neben großen Ketten wie Real, Basic und Dean and David sind auch Enzelbetriebe wie zum Beispiel Bäcker in der App vertreten, um mit diesem Konzept gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Lebensmittel retten und damit gleichzeitig Geld sparen klingt doch nach einer guten Kombi, oder?

Aber Achtung: Schnell sein lohnt sich, denn die Anzahl an zu erwerbenden Paketen ist limitiert und oftmals bereits am frühen Morgen ausverkauft!

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1. Replace Plastic

Durch die App Replace Plastic möchte die Initative Küste gegen Plastik zusammen mit uns Verbrauchern Unternehmen dazu bewegen, auf Plastikverpackungen zu verzichten und stattdessen nachhaltige Alternativen bereitzustellen. Jedes Produkt mit Plastikverpackung kannst du in der App einscannen und somit automatisch einen Verbesserungswunsch äußern. Sobald ein Artikel von 20 Personen gescannt wurde, schreibt Replace Plastic eine E-Mail an den jeweiligen Hersteller mit Bitte um eine alternative Verpackung. Über 30 000 solcher Beschwerdemails hat das Unternehmen dank der aktiven Kritik von Konsumenten bereits verschickt.

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2. Fair Fashion?

Fair-Fashion bietet dir eine Übersicht über die Produktionsbedingungen bei Fast-Fashion-Firmen wie Adidas, Zara und Bershka. Ganz besonders stark wird dabei bewertet, wie sehr sich das Unternehmen für die Bezahlung des Existenzlohns an die Arbeiter in den Produktionsländern einsetzt. Und obwohl die meisten Fast Fashion Konzernen bisher alles andere als fair produzieren, gibt es auch bei H&M, Nike und Co. teilweise drastisch Unterschiede in den Produktionsbedingungen.

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3. Klima-Kollekte

Mit Klima-Kollekte kannst du den CO2 – Ausstoß von verschiedenen Transportmitteln für eine bestimmte Strecke berechnen und vergleichen. Die App zeigt dir, wie hoch die CO2-Emission für eine Reise mit Flugzeug, Bahn, Auto oder Fähre wäre und schlägt dir für deine Wahl klimafreundlichere Alternativen vor. Wenn du möchtest, kannst du die durch dich produzierte Menge CO2 auch direkt in der App kompensieren. Den Kompensationsbeitrag sendet Klima-Kollekte dann an Klimaschutzprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern.

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